Oktoberfest im Sümpfchen vom 12.10. – 15.10.2007
Was die in München können, das können wir auch. Zur Zeit ist in München wieder Oktoberfest. Da wir nicht alle mal eben nach München fahren können (sind ja eh schon 6 Millionen dort) gibt es wie in jedem Jahr auch im Wiehler Sümpfchen Oktoberfest. Stimmung ist immer und das richtige bayrische Essen gibt es zum Oktoberfestbier auch. Nur die Preise sind im Sumpf günstiger:
Grillhaxe mit Sauerkraut und Gneedl - € 8,50
Lewakaas mit Bratkartoffel - € 5,-
Lewakaas mit an Semmel - € 3,-
Brezn – je € 1,50
Weißwurscht - je € 2,-
Paulaner vom Faß 0,3 l – je € 1,90
Maß Paulaner vom Faß 1 l – je € 6,-
hier die Übersetzung der Speisekarte:
- Brezn (n.)
Bayerische Brezel. Kunstvoll geschlungener Teigstrang, zum Laugengebäck verarbeitet. Auf der Wiesn ist vor allem die überdimensionale Riesnbrezn beliebt. - Erdäpfe (n.)
Kartoffeln, wörtlich „Erdäpfel“; werden im berühmten bayerischen Kartoffelsalat verarbeitet; Beispiel: „Do ess ma an Erdäpfesalood.“ - Gneedl (n.)
Knödel, Klöße, hauptsächlich aus Kartoffeln (Kartoffegneedl) oder altem Brot (Semmegneedl). Beispiel: „Anderl! Bringst ma no an Gneedl?“
- Heaft (n.)
Senf, zu Weißwürsten immer nur süßer
- Hoiwe (n.)
Die „Halbe“, 1/2 Liter Bier; Beispiel: „Drink ma no a Hoiwe?“ - Lewakaas (n.)
Leberkäse, bayerische Metzgerei-Spezialität, enthält weder Leber noch Käse sondern bis heute ungeklärte Zutaten. Oft auch auf der Semmel („Lewakaassemme“)
- Maß (n.)
ein Liter Bier, wichtigste bayerische Maßeinheit; Beispiel: „Resi! No fünf Maß! - Semmegneedl (n.)
Kloß aus Knödelbrot mit Salz, Ei und Petersilie; siehe auch: Gneedl
- Weißwurscht (n.)
Weißwurst, wird mit süßem Senf gegessen. In der bayerischen Bevölkerung besteht ein Jahrzehnte alter Kampf darüber, wie sie richtig zu essen ist (Zutzeln oder Schneiden? Auf jeden Fall aber ohne Haut essen.).
Dann waren da noch folgende beeindruckende Worte:
- Gaudinockerln (n.)
üppige Brüste; Beispiel: „Schau da de Gaudinockerln o.“
- Föhn (n.)
trockener warmer Fallwind; berüchtigt als Kopfschmerzauslöser. Beispiel: „Mei, der damische Föhn.“ (Den gab’s wohl gestern hier auch!)
- Hasal (n.)
Soviel wie Häschen, siehe auch Gschbuusi. Umgangsprachlich sagt man heute wohl auch Bunny
- Heigaign (n.)
dünne Frau; Beispiel: „Mia san die kerndlgfuadadn liawa ois wia die Heigaign.“
- Hoggableiba (n.)
Sitzenbleiber, Gast der nicht heimgehen will. Sprichwort: „Do hogga di do, di do oiwa do hogga.“ (Dort sitzen diejenigen, die dort immer sitzen.)
- Mognschoaß (n.)
Rülpser, Aufstoßen. In Bierzelten unbeliebt, tritt mit zunehmendem Konsum des Gerstensaftes aber immer häufiger auf
- Noagerlzuzla (n.)
Person die stehen gelassene Gläser austrinkt, auch als Schimpfwort; Beispiel: „Schleich di, du Noagerlzuzla.“ - Oachkatzlschwoaf (n.)
Beliebtes Beispiel aus dem bairischen Sprache, das Nicht-Bajuvaren vor Augen führen soll, dass sie der korrekten Aussprache nicht mächtig sind. Bedeutung: Schweif eines Eichhörnchens.
- obandeln (Vb.)
flirten, meist mit eindeutigem Ziel; Beispiel: „I hob mit da Zenzi obandelt.“
- ogschdocha (adj)
beschwipst, wörtlich „angestochen“. Beispiel: „Wos lofst´n rum wi a Ogschdochana?“ – „Was läufst du denn rum wie von einer Tarantel gestochen?“
Wer noch mehr Beispiele hat kann sie gerne als Kommentar posten. (Bitte die bajuwarische Schreibweise mit hochdeutscher Erklärung mitschicken. Da ich kein Bayer bin verstehe ich noch längst nicht alles)